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Können Panikattacken vom Magen kommen?

Immer mehr Studien zu Angsterkrankungen untersuchen die Verbindung zwischen Darmgesundheit und psychischen Krankheiten. Dabei wird häufig übersehen, dass es auch der Magen selbst sein kann, der uns krank macht. 

In diesem Artikel erfährst du alles darüber, was du bei deiner Magengesundheit beachten musst und welche Rolle er bei Panikattacken spielt.

Können Panikattacken vom Magen kommen

Was ist der Magen überhaupt?

Der Magen ist ein wichtiger Teil (Hohlorgan) des Verdauungssystems und besteht aus mehreren Schichten und Komponenten:

  • Muskelschicht: Der Magen hat eine starke Muskelschicht, die hilft, die Nahrung zu vermischen und sie weiter in den Dünndarm zu befördern.
  • Schleimhaut: Die Innenseite des Magens ist mit einer Schleimhaut ausgekleidet, die Magensäure und Verdauungsenzyme produziert. Diese Enzyme helfen bei der Verdauung der Nahrung.
  • Magensäure: Eine starke Säure, die im Magen produziert wird. Sie hilft, Nahrung zu zersetzen und schützt den Körper vor Bakterien.
  • Pylorus: Dies ist der untere Teil des Magens, der sich zum Dünndarm öffnet. Es reguliert die Passage der Nahrung in den Dünndarm.
  • Kardia: Der obere Teil des Magens, der sich an der Verbindung zur Speiseröhre befindet.
  • Fundus: Der oberste Teil des Magens, der unter der Zwerchfellkuppel liegt und oft Luft enthält.
  • Korpus: Der Hauptteil des Magens, der zwischen Fundus und Pylorus liegt.

Diese Strukturen arbeiten zusammen, um Nahrung zu verdauen und Nährstoffe für den Körper verfügbar zu machen.

Unterschied zwischen Magen und Darm

Der Magen dient hierbei hauptsächlich als Behälter und Verarbeiter der Nahrung. Er beginnt den Verdauungsprozess durch die Zersetzung der Nahrung mittels Magensäure und Enzymen. Emotionaler Stress kann die Magenfunktion direkt beeinflussen, was sich in Symptomen wie Sodbrennen oder Magenkrämpfen äußern kann.

Im Gegensatz dazu ist der Darm für die weitere Zersetzung der Nahrung und die Absorption von Nährstoffen verantwortlich. Er beherbergt auch eine umfangreiche Mikroflora, die unsere Darmgesundheit und möglicherweise auch unsere Stimmung und psychische Gesundheit beeinflusst.

Während der Darm eine langfristige Rolle in der Beeinflussung unseres Wohlbefindens spielen kann, reagiert der Magen oft unmittelbar auf psychischen Stress. Diese unterschiedlichen Reaktionsweisen sind entscheidend für das Verständnis, wie Verdauungsprobleme zu Angstzuständen und Panikattacken führen können.

Können Panikattacken vom Magen kommen?

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Ja, das ist durchaus möglich.

Mehrere von mir durchsuchte Studien haben gezeigt, dass es 2 Magen-Darm-Krankheiten gibt, welche besonders häufig in Verbindung mit Angsterkrankungen gebracht werden. 

Das Römheld-Syndrom und das Reizdarm-Syndrom

Das Römheld-Syndrom ist eine Erkrankung, bei der chronische Magenprobleme entstehen (äußern sich oftmals durch Blähungen und Sodbrennen) welche Symptome wie Herzrasen, Angst und Atemnot auslösen.

Eine Studie aus dem Jahr 2020 hat gezeigt, dass das Römheld-Syndrom oft übersehen wird und bei Menschen mit Panikstörungen deutlich häufiger auftritt als in der Durchschnittsbevölkerung.

Die genaue Ursache des Römheld-Syndroms ist nicht vollständig verstanden, es wird jedoch angenommen, dass es mit Verdauungsprozessen und einer Fehlfunktion des Magens und des Darms zusammenhängt. Bei der Verdauung von bestimmten Nahrungsmitteln können Gase im Magen entstehen, die dann Druck auf das Herz ausüben und Symptome wie Herzrasen verursachen können. 

Auch wenn es viele Ärzte gibt, die mit dieser Krankheit nicht wirklich vertraut sind, solltest du dies beim Arzt/Psychotherapeuten ansprechen, wenn du den Verdacht hast, dass du am Römheld-Syndrom leiden könntest.

Das Reizdarm-Syndrom – Neue Studie zur Magenkrankheit

Eine Studie aus dem Jahr 2019 untersuchte den Zusammenhang zwischen dem Reizdarmsyndrom (RDS) und psychologischem Stress wie Angst und Depression. Dabei wurden 769 RDS-Patienten hinsichtlich ihrer Pathophysiologie, Symptomprofil und Lebensqualität untersucht. 

  • Die Ergebnisse zeigten ein erschreckendes Bild: 44,9% der Patienten von Angst
  • und 25,7% von Depressionen

leiden unter dem Reizdarmsyndrom. Diese Studie zeigt klar, dass das Reizdarmsyndrom und Angsterkrankungen fast bei jedem zweiten Menschen gemeinsam auftreten. Die vollständigen Details der Studie findest du unter diesem Link.

Was ist das Reizdarm-Syndrom überhaupt?

Das Reizdarmsyndrom (RDS) ist eine funktionelle Magen-Darm-Erkrankung, bei der man üblicherweise Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall und Verstopfung hat. 

Die genauen Ursachen des Reizdarmsyndroms sind noch nicht vollständig geklärt, aber es wird angenommen, dass eine Kombination von mehreren Faktoren eine Rolle spielt. Dazu gehören:

  • Veränderungen in der Darmflora: Ungleichgewichte in den Bakterienarten im Darm können zu Reizdarmsymptomen beitragen.
  • Nervensystem: Eine abnormale Kommunikation zwischen dem Gehirn und dem Verdauungssystem kann zu einer Überempfindlichkeit des Darms führen.
  • Muskelkontraktionen im Darm: Stärkere und länger anhaltende Kontraktionen können zu Gas, Blähungen und Durchfall führen, während schwächere Kontraktionen Verstopfung verursachen können.
  • Entzündliche Reaktionen: Einige Menschen mit RDS zeigen Anzeichen von leichter Entzündung im Darm, die das Schmerzempfinden erhöhen kann.
  • Psychische Faktoren: Stress und emotionale Belastungen können Symptome bei einigen Betroffenen verschlimmern.

Zur Diagnose des Reizdarmsyndroms gibt es keinen spezifischen Test. Stattdessen wird die Diagnose typischerweise aufgrund der Symptome und durch den Ausschluss anderer Erkrankungen gestellt. 

Ärzte nutzen oft die sogenannten „Rom-Kriterien“, eine Reihe von spezifischen Symptomen und Faktoren, um das Reizdarmsyndrom zu diagnostizieren. Dazu gehören beispielsweise chronische Bauchschmerzen und Veränderungen im Stuhlgang.

In vielen Fällen wird der Arzt auch zusätzliche Tests wie Blutuntersuchungen, Stuhlproben und in manchen Fällen eine Darmspiegelung durchführen, um andere Erkrankungen wie entzündliche Darmerkrankungen oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten auszuschließen.

Die Behandlung des Reizdarmsyndroms konzentriert sich meistens auf die Linderung der Symptome und kann Ernährungsumstellungen, Medikamente und psychologische Therapien wie Stressmanagement und Psychotherapie umfassen.

So kannst du bei Magen-Beschwerden vorgehen

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Lebensstiländerungen und Stressmanagement zur Prävention

Lebensstiländerungen können ebenfalls einen großen Unterschied machen, das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die du versuchen solltest:

  • Entspannungstechniken: Verschiedene Formen von Yoga eignen sich gut, um Stress abzubauen und den Körper zu entspannen. Insbesondere Hatha-Yoga hat sich als besonders effektiv gegen Panikattacken erwiesen. Weitere gute Yoga-Praktiken sind Yin-Yoga oder Vinyasa-Yoga. Achte darauf, eine Praxis zu wählen, die deinen Bedürfnissen und Fähigkeiten entspricht. Regelmäßiges Üben, etwa zwei- bis dreimal pro Woche, kann positive Effekte haben. Genauso wirksam kann eine Gewichtsdecke sein, welche dich im Schlaf beruhigt und mittlerweile von tausenden Betroffenen als Heilmittel gegen Angststörungen eingesetzt wird.

  • Meditation und Atemübungen: Meditationstechniken wie Achtsamkeitsmeditation oder Atemübungen wie tiefe Bauchatmung können helfen, den Geist zu beruhigen und Stress abzubauen. Nimm dir regelmäßig Zeit für diese Praktiken, etwa 10-15 Minuten pro Tag, um von ihren Vorteilen zu profitieren.

  • Schlafgewohnheiten: Achte auf ausreichenden und qualitativ hochwertigen Schlaf. Eine gute Schlafhygiene zur Vorbeugung von nächtlichen Panikattacken kann dabei helfen. Erwachsene benötigen in der Regel etwa 7-9 Stunden Schlaf pro Nacht, um sich optimal zu erholen. Schaffe eine entspannte Schlafumgebung, halte regelmäßige Schlafenszeiten ein und praktiziere eine gute Schlafhygiene, um einen gesunden Schlaf zu fördern.

  • Wasserzufuhr: Achte darauf, ausreichend Wasser zu trinken, um deinen Körper hydratisiert zu halten. Die genaue Menge kann individuell variieren, aber als Faustregel wird empfohlen, täglich etwa 2-3 Liter Wasser zu trinken. Halte eine Wasserflasche griffbereit und trinke regelmäßig über den Tag verteilt.

  • Koffein: Koffein kann bei manchen Menschen Magenprobleme sowie  Sodbrennen verstärken und zu Unruhe führen. Es gibt sogar Untersuchungen, die nahelegen, dass Kaffee Panikattacken auslösen kann. Es ist ratsam, den Koffeinkonsum zu reduzieren oder ganz darauf zu verzichten, insbesondere wenn du empfindlich darauf reagierst. Beobachte, wie dein Körper auf Koffein reagiert, und entscheide entsprechend.

  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit ballaststoffreichen Lebensmitteln kann die Verdauung unterstützen und die Magen-Darm-Gesundheit fördern. 

Versuche, auf eine vielfältige Auswahl an Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und magerem Protein zu achten. Probiotika, entweder in Form von Nahrungsergänzungsmitteln oder probiotischen Lebensmitteln wie Joghurt oder fermentierten Lebensmitteln, können ebenfalls hilfreich sein, um die Darmflora zu unterstützen. 

Wichtig: Versuche Zucker zu reduzieren. Immer mehr Studien wiesen einen direkten Zusammenhang zwischen einem hohen Zuckerkonsum und Panikstörungen nach.

Häufige Fragen zur Verbindung zwischen Magen und Angst

Häufige Fragen

Können Panikattacken durch Magen-/Darmprobleme verursacht werden?
Ja, es gibt eine Verbindung zwischen Magenproblemen und Panikattacken, insbesondere durch die Darm-Hirn-Achse.

Wie beeinflusst Stress den Magen?
Stress kann den Verdauungstrakt beeinflussen und zu Magenproblemen wie Übelkeit, Durchfall und Schmerzen führen.

Was ist das Römheld-Syndrom?
Das Römheld-Syndrom ist eine Erkrankung, bei der Magenprobleme wie Blähungen und Sodbrennen zu Angstsymptomen führen können.

Welche Rolle spielt das Reizdarmsyndrom bei Panikattacken?
Das Reizdarmsyndrom ist mit Stress und Angst verbunden und kann zu Magen-Darm-Problemen führen, die wiederum Angstsymptome verstärken können.

Wie können Panikattacken und Magenprobleme behandelt werden?
Die Behandlung kann eine Kombination aus Psychotherapie, Lebensstiländerungen wie Entspannungstechniken, Meditation, Schlafhygiene und gesunder Ernährung umfassen.

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